Brand von Notre-Dame in Paris 2019


Brand von Notre-Dame in Paris 2019


Der Brand von Notre-Dame war ein Großbrand, der am 15. und 16. April 2019 das historische Bauwerk der Kathedrale Notre-Dame de Paris teilweise zerstörte. Der Pariser Feuerwehr gelang es nach etwa vier Stunden, den Brand im Wesentlichen auf den hölzernen Dachstuhl zu begrenzen. Die Westfassade mit den Haupttürmen, die Wände des Mittelschiffs nebst Strebewerk sowie große Teile des Deckengewölbes und die Seitenschiffe und Chorumgänge blieben weitgehend stabil. Die reiche Ausstattung der Kirche blieb größtenteils erhalten, wurde jedoch teilweise durch Hitze, Rauch, Ruß und Löschwasser verschmutzt und beschädigt.

Die Kathedrale ist – als Bestandteil des Denkmals Seineufer – seit 1991 Weltkulturerbe (nach der UNESCO-Liste).

Vorgeschichte

Im Frühjahr 2019 hatte eine umfangreiche Restaurierung der Kathedrale begonnen. Das Gesamtbudget der Sanierung war auf 150 Millionen Euro angesetzt. In einer ersten Etappe sollte der hölzerne Vierungsturm der Kirche (auch als Dachreiter oder Spitzturm bezeichnet, französisch Flèche), der im 19. Jahrhundert von Eugène Viollet-le-Duc erbaut worden war, repariert werden. Deshalb wurde im Bereich der Vierung ein großes Arbeitsgerüst aus Stahlelementen gebaut. In der Woche vor dem Brand wurden 16 monumentale Statuen der Apostel und Evangelisten zur Restaurierung abmontiert, die den bis in etwa 95 Meter Höhe reichenden Dachreiter unten umgaben.

Der am Hauptschiff über 100 Meter und am Querschiff 40 Meter lange und 13 Meter breite Dachstuhl wurde la forêt („der Wald“) genannt, da er aus etwa 1300 Eichenbalken bestand, von denen jeder von einem anderen Baum stammte. Über dem Hauptschiff und dem Chor war er im 13. Jahrhundert errichtet worden, zum Teil mit wiederverwendeten Balken aus dem 12. Jahrhundert. Der Dachstuhl des Querschiffs stammte wie der Dachreiter aus dem 19. Jahrhundert. Der Dachstuhl war mit Bleiblech gedeckt, der Vierungsturm besaß einen Wetterschutz aus dem gleichen Material.

Aus Brandschutzgründen gab es im Dachstuhl keine Elektroinstallationen, jedoch eine Rauchmeldeanlage und eine provisorische elektrische Beleuchtung für die Baustelle. Fest eingerichtete Steigleitungen für Löschwasser gab es nicht.


Verlauf

Am 15. April 2019 wurde um 18:20 Uhr (MESZ) ein erster Feueralarm ausgelöst, es konnte jedoch kein Brandherd gefunden werden. Kurz zuvor hatten die Gerüstbauer die Baustelle auf dem Dach verlassen. Um 18:43 Uhr wurde während einer Messe ein zweiter Alarm ausgelöst und ein Feuer auf dem Dachboden entdeckt. Die Kirche wurde daraufhin evakuiert. Die meisten Touristen hatten die Kirche wegen der Messe zuvor verlassen, so dass nur noch die Gläubigen anwesend waren. Nach Aussage des Architekten, der die Restaurierung leitet, waren zu dieser Zeit keine Arbeiter mehr auf der Baustelle.

Innerhalb einer Stunde breitete sich der Brand auf den gesamten Dachstuhl aus, um 19:56 Uhr stürzte das höchste Bauteil der Kirche, der Vierungsturm, ein und zerschlug dabei einen Teil des ohnehin brennenden Dachstuhls über dem Mittelschiff. An den Rettungs- und Löscharbeiten waren etwa 600 Feuerwehrleute aus Paris und der Île-de-France beteiligt. Zum Einsatz kamen über 70 Feuerwehrfahrzeuge, Hubschrauber und Drohnen zur Beobachtung des Brandplatzes und zwei Boote der Feuerwehr mit Tauchpumpen auf der Seine sowie ein ferngesteuerter Löschroboter. Die Feuerwehr wurde während des Einsatzes von der Polizei, Patrouillensoldaten der Opération Sentinelle, dem Zivilschutz, Spezialisten des Kulturministeriums und der Stadt Paris sowie Baufachleuten unterstützt.

Im Verlauf des Abends wurde die Nachbarschaft auf der Île de la Cité für den Fall eines Einsturzes evakuiert. Die französische Zivilschutzbehörde wies den in der Öffentlichkeit mehrfach vorgeschlagenen Einsatz von Löschflugzeugen bzw. Hubschraubern mit Wasserbehältern als unrealistisch zurück, da er laut den Feuerwehrleuten aufgrund der punktförmigen Gewichtsbelastung durch die Wassermassen den völligen Einsturz des Bauwerks hätte bewirken können und zudem die im Einsatz stehenden Feuerwehrleute in Gefahr gebracht hätte. Am Morgen des 16. April 2019 gegen 5:00 Uhr meldete der Einsatzleiter, dass der Brand gelöscht sei. Trotz Hitze- und Trümmerschäden hielt das Mauerwerk der Kathedrale dem Brand weitgehend stand. Der ehemalige Chefarchitekt der Kathedrale Benjamin Mouton zeigte sich in einer französischen Nachrichtensendung wegen der im Vorfeld getroffenen Brandschutzvorkehrungen überrascht über das Ausmaß der Katastrophe, zumal das über 800 Jahre alte Eichenholz nur sehr schwer entflammbar gewesen sei. Als Ersatz für die vorläufig unbenutzbare Kathedrale dient der Diözese von Paris die Kirche St-Sulpice.

Zeitleiste

Montag, 15. April

18-Uhr-Messe, Beginn der Messe 18:15 Uhr

  • 18:20 Uhr: Erster Rauchmelder-Alarm, es konnte kein Brandherd gefunden werden.
  • 18:43 Uhr: Zweiter Alarm, danach wurde der Brandherd in den Holzbalken unter dem Dach gefunden.
  • 19:56 Uhr: Der abstürzende obere Teil des brennenden Dachreiters zerstörte einen Gewölbeabschnitt des Mittelschiffs.
  • 21:00 Uhr: Abschluss der Evakuierung der Nachbarhäuser auf der Île de la Cité.
  • 22:00 Uhr: Ein Feuerwehrsprecher äußerte Bedenken, ob die weitere Ausbreitung des Feuers aufgehalten werden könne.
  • 23:04 Uhr: Der Leiter der Feuerwehr erklärte, dass die Gebäudestruktur gesichert sei.
Dienstag, 16. April
  • 09:50 Uhr: Der Feuerwehrsprecher teilte mit, dass das Feuer vollständig gelöscht sei.

Bilder vom Unglückstag

Ermittlungen

Die Pariser Staatsanwaltschaft bewertete den Brand vorläufig als Unfall und leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung ein, an denen 50 Ermittler arbeiten. Es gebe zur Zeit keine Anzeichen für eine bewusst herbeigeführte Katastrophe.

Nach Polizeiangaben sei die Brandursache unbekannt, es könne möglicherweise ein Kurzschluss gewesen sein, die Staatsanwaltschaft schließe jedoch weitere Hypothesen nicht aus. Auch eine brennende Zigarette gilt als mögliche Ursache für das Feuer. Bekannt ist, dass das Rauchverbot missachtet wurde, um für eine Raucherpause auf den beschwerlichen Abstieg aus der Baustelle zu verzichten.

Auch sind weitere Sicherheitsmängel Teil der Ermittlungen. So könnte ein Fehler des Warnsystems selbst Ursache des Feuers gewesen sein. Auch eine mangelhafte Schulung und mangelhafte Besetzung der Sicherheitsverantwortlichen könnte mit Ursache für die schweren Folgen des Feuers sein. So gab es nur noch einen Sicherheitsbeauftragten. Dieser war erst kürzlich eingestellt worden und mit der Brandmeldeanlage nur unzureichend vertraut. Er konnte den ersten Alarm dem entsprechenden Ort des Alarms nicht zuordnen und keinen Brand lokalisieren. 30 Minuten vergingen, bis die Feuerwehr gerufen wurde. Bei ihrer Ankunft loderten die Flammen meterhoch.

Zudem werde gegen falsche Spendenaufrufe aufgrund des Verdachts auf Bandenbetrug vorgegangen.

Vorläufige Schadensbilanz

Im Zuge der Löscharbeiten und der Evakuierung der Kirche und ihrer Umgebung wurden ein Feuerwehrmann und zwei Polizisten leicht verletzt. Da sich in Frankreich die Kirchen im Besitz des Staates befinden und offenbar für das Kirchengebäude kein Versicherungsschutz vorliegt, geht die Swiss Re davon aus, dass im Falle eines ausgeschlossenen Fremdverschuldens seitens der an der Renovierung der Kirche beteiligten Firmen der französische Staat die Kosten für den Wiederaufbau leisten müsse. Rund 90 Prozent der Kunstwerke und Reliquien konnten rechtzeitig gerettet werden. Die zur französischen Axa gehörende Axa ART und ein weiterer Versicherer sind an der Versicherung der Kunstwerke in der Kathedrale beteiligt. Zudem seien auch zwei der Firmen, die Teile von Notre-Dame renoviert haben, bei Axa versichert. Nach Schätzungen der Nationalen Vereinigung der Bauökonomen Frankreichs dürfte der Wiederaufbau 400 bis 600 Millionen Euro kosten. Innerhalb etwa einer Woche nach dem Brand lagen umfangreiche Spendenzusagen vor, die diese Kosten decken würden.

Sachschäden

Einige Experten mutmaßten, dass die Schäden am Mauerwerk der Kirche und im Kirchenraum begrenzt seien, weil die Dächer mittelalterlicher Kirchen schon immer einer großen Brandgefahr ausgesetzt gewesen seien und daher der hölzerne Dachstuhl konstruktiv durch ein unbrennbares steinernes Gewölbe vom Rest des Baukörpers abgeschirmt sei. Allerdings bestehen dieses Gewölbe, das Mauerwerk und die Maßwerke aus Kalkstein. Durch die Hitzeeinwirkung kann er – wie auch seine Verfugung – geschädigt werden. Zudem könnte das vom steinernen Gewölbe aufgesogene Löschwasser vorübergehend zu einer Gewichtszunahme mit Dauerschäden geführt haben.

Zerstörungen

  • Hölzerner Dachstuhl: etwa 1300 Eichenbalken brennend eingestürzt.
  • Bleidach: etwa 250 t Bleieindeckung geschmolzen bzw. zum Teil verdampft (siehe Sicherungs-, Schutz- und Reparaturmaßnahmen).
  • Turm über der Vierung: brennend eingestürzt.
  • Turmuhr: Totalschaden.
  • Teile des Kreuzrippengewölbes: in der Vierung und in zwei Jochen im Langhaus des Hauptschiffes sowie in einem Joch des nördlichen Querschiffs eingestürzt.

Schäden

  • Mauerwerk der Gewölbe: Hitzeschäden am Stein.
  • Dachgiebelwand zwischen den Westtürmen: durch Brandeinwirkung beschädigt; die Figur des Engels auf der Giebelwand stark beschädigt.
  • Fassaden des Querschiffs: Giebelwand der Nordfassade in kritischem Zustand.
  • Innenraum: Ruß- und Bleiablagerungen auf Oberflächen und Ausstattung.
  • Chororgel: beschädigt bzw. nahezu zerstört.
  • Chorgestühl: versengt.
  • Hauptorgel auf der Westempore: zwar durch Staub und Ruß verschmutzt und stellenweise von Löschwasser getroffen, aber sonst unbeschädigt; muss wegen Beschädigungen der Empore möglicherweise demontiert werden.
  • Rosettenfenster aus dem 12. und 13. Jahrhundert erhalten; lediglich Fenster aus dem 19. Jahrhundert teilweise beschädigt.

Bewahrte Architekturelemente und Ausstattungsstücke (Auswahl)

  • Fassaden, Seitenschiffe, Mauern im Kircheninnern, Strebewerk, Chorumgang, Chorschranke mit Reliefs, Seiten- und Chorkapellen mit Ausstattung.
  • Westtürme: Gesamtstruktur wenig beschädigt; Ecke des Südturms zum Hauptschiff durch Hitze stark geschwächt; leichte Brandschäden der hölzernen Geschossebenen im nördlichen Turm.
  • 16 Bronzestatuen rund um den Vierungsturm: im Zug der Renovierungsarbeiten am Freitag vor dem Brand entfernt.
  • Glasmalereien der Fenster, Fensterrosen unterhalb des Gewölbes.
  • Gemälde: unversehrt in Museen verbracht
  • Der Turmhahn des Vierungsturms wurde auf dem Dach des nördlichen Seitenschiffs, das vom Brand verschont blieb, leicht beschädigt aufgefunden. Der Zustand der drei im Hahn enthaltenen Reliquien ist unklar. Dort befindet sich eine der 70 Dornen der Heiligen Krone Christi, eine Reliquie von Saint-Denis und eine von Sainte-Geneviève. Historikern zufolge dienten dieser Hahn und seine Schätze als „spiritueller Blitzableiter“, um die Gläubigen der Kathedrale, aber auch die Stadt Paris vor Unheil zu schützen.

Kirchenschatz

Die Reliquie der Dornenkrone Christi sowie andere Gegenstände wurden in der Brandnacht von Feuerwehrleuten, unter ihnen der Kaplan der Pariser Feuerwehr, aus der brennenden Kathedrale gerettet und später zur Aufbewahrung in ein Depot des Louvre gebracht. Die in der Sakristei aufbewahrten historischen Kultgegenstände blieben beim Brand unbeschädigt. Sie wurden, ebenso wie die mobilen Kulturgüter im Kirchenraum, in den folgenden Tagen von Restauratoren und Spezialisten des Kulturgüterschutzes geborgen. Von den insgesamt 76 Gemälden „Grands Mays“ waren dreizehn in den Kapellen der Kathedrale aufgehängt; sie waren zwar dem Rauch ausgesetzt, haben aber nicht Schaden genommen.

Orgel und Glocken

Die größte Glocke, der berühmte Bourdon Emnanuel und ihre Geschwisterglocken in den beiden Haupttürmen nahmen keinen Schaden. Auch die bedeutende Cavaillé-Coll-Hauptorgel auf der Empore blieb intakt. Jedoch wurden die drei Schlagglocken im eingestürzten Vierungsturm zerstört.

Sicherungs-, Schutz- und Reparaturmaßnahmen

Kurz nach dem Großbrand begannen Notmaßnahmen zur Sicherung des Bauwerks. Der einsturzgefährdete Nordgiebel des Querhauses wurde mit einer Stützkonstruktion gesichert und die große Steinfigur auf dem Giebel abgenommen. Am 23. April wurde begonnen, im Westen des Hauptschiffes eine Kunststofffolie als Wetterschutzmaßnahme über dem Gewölbe anzubringen. Die Polizei warnte Anwohner vor Bleiablagerungen in der unmittelbaren Umgebung und sperrte Gebiete mit einer erhöhten Belastung. Wohnungen und Betriebsstätten sollten mit feuchten Wischtüchern gereinigt werden. Fälle von Bleivergiftungen seien jedoch nicht bekannt.

Im Juli 2019 beschloss das französische Parlament das Gesetz zum Wiederaufbau von Notre-Dame, das eine Instandsetzung innerhalb von fünf Jahren, pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris, ermöglichen soll. Eine Mehrheit der französischen Bevölkerung scheint eine historisch getreue Rekonstruktion zu befürworten. Am 10. Juli 2020 wurde bekannt, dass auch Präsident Emmanuel Macron einen Wiederaufbau des Vierungsdachreiters im Zustand des 19. Jahrhunderts befürwortet.

Am 24. November 2020 waren die Aufräum- und Sicherungsarbeiten so weit voran geschritten, dass gegenüber den Medien bekannt gegeben wurde, die Einsturzgefahr der Kathedrale sei nun gebannt. Das beim Brand auf das Gewölbe gestürzte und dort teilweise eingeschmolzene Baugerüst mit einem Gewicht von insgesamt etwa 200 Tonnen war erfolgreich geborgen worden.

Am 18. September 2021 wurde bekannt gegeben, dass nun der Wiederaufbau der Kathedrale beginnt.

Giuseppe Zanotti

Reaktionen und Spenden

National

Der französische Präsident Macron sagte eine für den Abend des 15. April geplante Fernsehansprache, die als Reaktion auf die Protestbewegung der Gelbwesten (Gilets jaunes) vorgesehen war, kurzfristig ab und schrieb: „Wie alle unsere Landsleute bin ich an diesem Abend traurig, diesen Teil von uns brennen zu sehen.“ Noch am Abend des Brandes kündigte er einen Wiederaufbau der Kathedrale und eine Spendensammlung an. Der Wiederaufbau soll binnen fünf Jahren stattfinden.

Mehrere französische Milliardärsfamilien kündigten Spenden für den Wiederaufbau an: Arnault (Luxusgüterkonzern LVMH) 200 Millionen Euro, Bettencourt-Meyers (Kosmetikkonzern L’Oréal) 200 Millionen Euro, Pinault (Modekonzern Kering) 100 Millionen Euro. Neben Großspendern folgten weitere Unternehmer, Privatpersonen, Gemeinden und Konzerne (darunter Total und Société Générale) dem Aufruf und bereits am Tag nach dem Brand waren 900 Millionen Euro für den Wiederaufbau zugesagt worden.

In der Folge begann eine Debatte um Spenden im Allgemeinen und deren Höhe im Besonderen. So wird kritisiert, dass es möglich sei, hohe Steuergutschriften (in Frankreich bis zu 60 %) auf derartige Spenden zu erhalten. Obgleich französische Milliardärsfamilien teilweise auf Steuervorteile verzichteten, kritisieren linke Parteien, Gewerkschafter sowie Aktivisten der Gelbwestenbewegung, sie inszenierten die Höhe ihrer Spenden als PR-Aktion. Großspenden gingen bis Juni 2019 noch nicht ein, da zu diesem Zeitpunkt die Art und Weise des Wiederaufbaus noch ungeklärt war.

In ganz Frankreich läuteten am 17. April 2019 um 18:50 Uhr (MESZ) die Kirchenglocken – zu diesem Zeitpunkt war der Brand 48 Stunden zuvor entdeckt worden. Die französische Bischofskonferenz hatte die Kathedralen im Land dazu aufgerufen. Die Diözesen brachten so ihre Solidarität mit der Pariser Diözese zum Ausdruck.

Am 18. April wurde eine 250-köpfige Delegation der bei der Brandbekämpfung eingesetzten 600 Pariser Feuerwehrleute, Rettungs- und Polizeikräfte vom französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in dessen Dienstsitz, den Élysée-Palast, eingeladen, wo sie stellvertretend für alle Einsatzkräfte aus seiner Hand eine Verdienstmedaille für ihren Einsatz verliehen bekamen. Darüber hinaus fand auf Veranlassung der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo eine ähnliche Veranstaltung im Rathaus statt, bei der sie deren Einsatzwillen besonders hervorhob und allen die Ehrenbürgerschaft in Aussicht stellte.

International

Der Brand löste international allgemeine Bestürzung aus und führte zu einer langen Liste öffentlicher Anteilnahme: EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb auf Twitter: „Notre-Dame in Paris ist Notre-Dame in ganz Europa. Heute sind wir alle bei den Menschen in Paris.“ US-Präsident Donald Trump schrieb noch während des Brandes, es sei schrecklich zuzusehen.

Der Sprecher von Papst Franziskus Alessandro Gisotti äußerte im Namen des Heiligen Stuhls Bestürzung und Trauer über den Brand des „Symbols der Christenheit in Frankreich und der Welt“ und sicherte den Feuerwehrleuten und allen Helfern das Gebet zu. Beiträge der römisch-katholischen Kirche für die Instandsetzung wird es wohl nicht geben.

In Russland wurde der Brand vielerorts, so auch vom Sprecher des Russischen Patriarchen, als „schreckliches Omen für die europäische Zivilisation“ bezeichnet. Das Kulturministerium fand sich genötigt, Medienberichte zu dementieren, wonach Geld des Ministeriums zum Wiederaufbau vorgesehen werde. Russland würde aber, falls angefragt, Experten zur Verfügung stellen.

Siehe auch

  • Liste der Brandkatastrophen in der Île-de-France
  • Liste von Brandkatastrophen

Weblinks

  • Video-Dokumentation: Das Dachwerk von Notre-Dame de Paris und der Brand am 15.4.2019, Youtube, Matthias Burger, 3. Juni 2019.
  • Elian Peltier, James Glanz, Mika Gröndahl, Weiyi Cai, Adam Nossiter, Liz Alderman: Notre-Dame came far closer to collapsing than people knew. This is how it was saved. Detaillierte und interaktive Darstellung der Ereignisse der New York Times.

Einzelnachweise


Brand von Notre-Dame in Paris 2019


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